Mobilität: Produkte Technologie

Volvo Bus Corporation stellt in Göteborg autonomen Bus vor

Autonomer Bus von Volvo
Außenansicht des vollelektrischen und autonom fahrenden Omnibus-Prototyps der Volvo Bus Corporation.

Richtungweisende Automatisierung im digitalen Connectivity-Zeitalter

Ein autonom fahrender Bus-Prototyp der Volvo Bus Corporation wurde beim Volvo Ocean Race 2018 in Göteborg im Rahmen des ElectriCity-Projekts am 4. Juli präsentiert. Der Prototyp basiert auf dem in Serienproduktion hergestellten vollelektrischen Stadtbus von Volvo, der für den autonomen Betrieb entsprechend modifiziert wurde. Die neue Technologie kann zu mehr Sicherheit und Komfort beim Reisen beitragen, aber auch zum effizienteren Fahrzeug-Handling im Busdepot.

Der autonom fahrende 12-m-Bus der Volvo Bus Corporation ist so programmiert, dass er beim Anfahren und beim Anhalten sanft und weich beschleunigt bzw. abbremst. Fotos: Volvo Bus Corporation

Der autonome, 12 m lange Omnibus ist für eine sanfte Fahrweise konstruiert, sodass der Fahrbetrieb möglichst energiesparend, umweltfreundlich und wirtschaftlich erfolgen kann. Er soll den Fahrgästen eine sichere und komfortable Fahrt bieten und ist deshalb so programmiert, dass er sowohl beim Anfahren als auch beim Anhalten sanft und weich beschleunigt bzw. abbremst. Um einen bequemen Ein- und Ausstieg für die Passagiere zu gewährleisten, hält der Bus an den Bushaltestellen immer genau an der gleichen Stelle. Bei diesen Stopps wird stets der identische Abstand zwischen dem Bus und der Einstiegplattform der Haltestelle oder des Busbahnsteigs eingehalten.

Sicherheit: Sensorgesteuerte Überwachung des Fahrzeugumfelds

Der Bus ist mit Sensoren ausgestattet, die das Umfeld des Fahrzeugs permanent überwachen. Die von den Sensoren übertragenen Informationen dienen zur Navigation des Fahrzeugs. In Zukunft werden sie nicht zuletzt einen wesentlichen Beitrag zur Verhinderung von Störfällen und Unfällen leisten. Dazu werden Objekte exakt identifiziert, die sich dem Bus nähern. Die Geschwindigkeit des Busses verringert sich entsprechend. In kritischen Situationen wird bis zum Stillstand des Fahrzeugs abgebremst.

„Mit unterschiedlichen Automatisierungsgraden ist es möglich, noch weitere Fortschritte in Bezug auf Sicherheit, Komfort und Effizienz zu erzielen. Aufbauend auf den Technologien der Volvo Group werden wir diese zukunftsweisenden Chancen nutzen und zügig ausbauen“, so Håkan Agnevall, Präsident der Volvo Bus Corporation.

Effizienzsteigerung in Busdepot und Werkstatt

Agnevall weiter: „Die neue autonome Technologie gestattet außerdem ein effizienteres Fahrzeug-Handling, wenn der Bus nicht im Linienbetrieb eingesetzt ist. Bei autonomen Bussen können sich die Depot- und Werkstattmitarbeiter auf Serviceleistungen wie Kundendienst und Wartung konzentrieren, anstatt Batterien aufzuladen, den Bus zum Waschplatz zu fahren oder ihn einparken zu müssen. Die Busse von morgen werden in der Lage sein, diese Vorgänge selbstständig und allein zu erledigen.“

Forschungsaktivitäten: Bus-Platooning als Alternative zum Schienenverkehr

Der autonome Bus wird ergänzend auch zu Forschungszwecken hinsichtlich eines effizienten Bus-Platooning eingesetzt werden. Dabei steht die Koppelung mehrerer Busse im Mittelpunkt, die dann im Stadtverkehr in eng getakteten Kolonnen fahren.

Volvo sieht sich als Pionier auf dem Gebiet busbasierter Großraum-Nahverkehrssysteme, den sogenannten Bus Rapid Transit- oder BRT-Systemen. „Indem wir die Automatisierung jetzt auch hier gezielt einsetzen, haben wir den nächsten Connectivity-Entwicklungsschritt bereits konkret ins Auge gefasst: Wir wollen mehrere Busse kabellos und digital zu hochflexiblen Buszügen verbinden“, so Håkan Agnevall. „Vollelektrische Bussysteme bieten den Städten eine attraktive Alternative zu schienengebundenen Lösungen bei der zukünftigen Auslegung ihres ÖPNV.“

Aktuelle Volvo-Forschungsprojekte

Während der nächsten beiden Jahre wird der Prototyp des autonomen Busses in zwei Automotive-Forschungsprojekten eingesetzt und getestet – im Autonomen Stadtbus-Projekt von FFI sowie im Rahmen von KRABAT. FFI ist das „Strategic Vehicle Research and Innovation Programme“ (Strategisches Fahrzeugforschungs- und Innovationsprogramm), ein Gemeinschaftsprojekt der Automobilindustrie und des schwedischen Staats. KRABAT ist Teil des gemeinschaftlichen Programms der schwedischen Regierung „Transport und Verkehr der nächsten Generation“, das zum Teil durch Vinnova gefördert und über Drive Sweden finanziert wird.

Parallel startete die Volvo Bus Corporation vor einigen Monaten in Singapur ein Gemeinschaftsprojekt mit der Nanyang Technological University (NTU). Ziel dieser Kooperation ist die Entwicklung und Erprobung autonom fahrender vollelektrischer Busse in Singapur. Zudem hat die Volvo Group bereits autonome Fahrzeuge für Einsätze in Bergbau-und Müllentsorgungsbetrieben vorgestellt.


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