Infrastruktur

Düsseldorf-Bilk: Wie Menschen Mobilität und Parken bewerten

wie Menschen in Düsseldorf-Bilk Mobilität und Parken bewerten
Bild: G Lady | pixabay

[ILS] – Viele Kommunen stehen vor der Frage, wie sie das Parken besser managen können. Dazu gehören auch neue Regelungen zum Bewohner­parken, denn 2020 wurde die bis dahin geltende Obergrenze für Bewohner­park­aus­weise von 30,70 Euro pro Jahr abgeschafft. Ein Team um ILS-Wissen­schaft­lerin Dr. Janina Welsch hat in Düsseldorf-Bilk erhoben, wie die Bewohner*innen Mobilität und Parken bewerten und auch nach der Akzeptanz möglicher Veränderungen im Park­raum­manage­ment.

„Modernes Park­raum­manage­ment ist ein wichtiger Baustein in der lokalen Verkehrs­politik“, erläutert Welsch. „Kommunen haben darüber regulative Möglichkeiten, um Parken effizienter zu gestalten und gleichzeitig eine nachhaltige Mobilität zu fördern und auf die Einhaltung der Klima­schutzziele hinwirken zu können.“ Konkret sind damit Maßnahmen wie die Einführung von Bewohner­parken, die Ausweitung der Park­raum­bewirt­schaftung und die entsprechenden Kontrollen gemeint.

„Auch wenn sich Unter­schiede zwischen Menschen mit und ohne eigenem Auto zeigen, stimmen viele einer potenziellen Veränderung im Park­raum­manage­ment zu“, erläutert Welsch ein Ergebnis ihres Forschungs­projekts. In der Stadt konkurrieren verschiedene Nutzungs­ansprüche um den knappen Raum. Wo ein Parkplatz ist, könnte auch eine Grünfläche oder ein Fahrradweg sein. „Beide Gruppen priorisieren im Falle einer potenziellen Umwandlung von Parkplätzen mehr Grünflächen und Fahrradwege im Quartier“, so Welsch zu den Ergebnissen.

Alltagsmobilität in Bilk: mit verschiedenen Verkehrs­mitteln unterwegs
Viele Bewohner*innen sind in Düsseldorf-Bilk multimodal mit verschiedenen Verkehrs­mitteln unterwegs. Mehr als ein Drittel nutzt täglich das Fahrrad. Etwa ein Viertel der Befragten lebt in einem Haushalt ohne PKW, alle anderen Haushalte verfügen über mindestens einen Wagen. Ist erst einmal ein Parkplatz gefunden, steht der PKW oft längere Zeit. Rund 40 % gaben zum Zeitpunkt der Befragung an, das Auto mehrere Tage am Stück oder sogar länger als eine Woche geparkt zu haben.

Die Befragung wurde im Juni 2022 in Düsseldorf im zentralen Teil des dicht bebauten Stadtteils Bilk durchgeführt. Das Projekt, dessen Ergebnisse für ILS-TRENDS aufbereitet wurden, wurde in Kooperation mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD) und dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV) durchgeführt.