Infrastruktur: Projekte

Bane NOR: Norwegens Eisenbahnnetz wird vollständig digitalisiert

Bane NOR - Siemens - Schienennetz digitalsieren
Das norwegische Schienennetz wird digitalisiert. ©_Siemens

Rund 4.200 Streckenkilometer und 375 Bahnhöfe betroffen

Bane NOR, das staatliche Bahninfrastrukturunternehmen Norwegens, hat Siemens mit der Installation des Europäische Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) im gesamten norwegischen Bahnnetz beauftragt. Die Inbetriebnahme aller Strecken soll bis 2034 abgeschlossen sein. Der Auftrag umfasst zudem einen Wartungsvertrag über 25 Jahre, beginnend mit der Inbetriebnahme der ersten Strecke. Der Auftragswert beläuft sich auf insgesamt rund 800 Mio. EUR.

„Dies ist der Beginn einer neuen Ära für die Eisenbahn in Norwegen. Bane NOR startet eines der größten Digitalisierungsprojekte Norwegens für die Eisenbahn der Zukunft“, sagt Sverre Kjenne, Executive Vice President von Bane NOR.

„Dieses Projekt ein Meilenstein in der Geschichte der Signaltechnik und ist nur vergleichbar mit dem Schritt von Relaisstellwerken zu elektronischen Stellwerken in den 80er Jahren. Gemeinsam mit Bane NOR werden wir das gesamte norwegische Schienennetz in ein voll digitalisiertes, IP-basiertes System transformieren – ein echtes ‚Internet der Dinge‘. Dadurch wird nicht nur viel Hardware eingespart, sondern auch maximale Kapazität sowie die Basis für eine verringerte, datenbasierte präventive Wartung geschaffen. Letztendlich kann den Fahrgästen so ein wesentlich effizienteres und zuverlässigeres Reiseerlebnis durch mehr Pünktlichkeit, Kapazität und Durchsatz geboten werden. Die Steuerung erfolgt in einem zentralen Stellwerk in Oslo, von wo aus den Zügen mittels unserer ETCS-Level-2-Lösung die Fahrerlaubnis erteilt wird“, so Michael Peter, CEO der Siemens Division Mobility.

Bane NOR is partnering with Siemens to build the railway of the future.Die Investition in ETCS ist ein entscheidender und wichtiger Schritt zur Neuausrichtung des norwegischen Schienennetzes. Bane NOR wird über einen Zeitraum von zehn Jahren mehr als zwei Milliarden Euro in die Digitalisierung und Automatisierung des Schienennetzes investieren. Dies ist Teil der ERTMS-Initiative (European Rail Traffic Management System) von Bane NOR; Norwegen wird dadurch eine führende Rolle in der Nutzung digitaler Technologien im Bahnsektor übernehmen.

Mit der neuen ETCS-Technologie wird Norwegens Signaltechnik im Bahnnetz digitalisiert. Der Auftrag umfasst das komplette Signalsystem mit Stellwerk, ETCS-Level-2-System, Weichenantrieben, Gleisfreimeldeeinrichtungen, Bahnübergängen sowie die dazugehörigen Streckeninfrastruktur. Die Installation erfolgt bei laufendem Betrieb. Als erste Bahnstrecke wird die Nordlandsbanen mit dem neuen Signalsystem ausgerüstet. Sie soll 2022 den Betrieb aufnehmen. Die Einführung des ETCS im Großraum Oslo ist für 2026, die Fertigstellung des neuen Stellwerks und des Zugsteuerungssystems für 2034 geplant.

Das mittels Sinet-Streckenkommunikation vernetzte intelligente Sicherungssystem basiert auf Standard-Kommunikationsschnittstellen und beinhaltet eine Funktionalität für cloudbasierte Services. Da es sich beim ETCS um ein Führerstandssignalisierungs-System (FFS) handelt, werden keine Signale an der Strecke mehr benötigt. Die Signalinformationen werden direkt auf eine Anzeige im Führerstand übertragen. Dadurch lässt sich der Bahnbetrieb effizienter gestalten.

Das System ist eine Schlüsselkomponente bei der grenzüberschreitenden Vernetzung des Bahnverkehrs in Europa; es soll die derzeit über 20 verschiedenen Zugsicherungssysteme ersetzen soll, mit dem Ziel, grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr in Europa zu ermöglichen. Künftig soll es beispielsweise möglich sein, dass ein Güterzug von Italien bis nach Norwegen fahren kann, ohne dass an den Grenzübergängen die Lokomotiven ausgetauscht werden müssen. Dadurch wird sowohl der Güter- als auch der Personenverkehr noch schneller und kostengünstiger im Vergleich zu heute.

Die Vorteile sind: Das ETCS-Level-2-System reduziert nicht nur erheblich die Infrastrukturkosten, sondern erhöht gleichzeitig die Streckenkapazität dank einer verbesserten Vorausplanung und entsprechend reduzierter Fahrzeiten.


 

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