Technologie

Zivile Drohnen für berufliche Zwecke: Interesse steigt

Zivile Drohnen
Zivile Drohne im Einsatz bei Vermessungsarbeiten. Foto: pixabay.de

Für drei Viertel professioneller Nutzer sind zivile Drohnen heute unverzichtbar. Dies geht aus einer Umfrage der Universität Neuenburg (UniNE) hervor, die erstmalig mit etwa tausend im öffentlichen und privaten Sektor tätigen Personen aus verschiedenen Berufsgruppen durchgeführt wurde (Polizisten, Feuerwehrleute, Kartografen, Filmproduzenten usw.). In der Umfrage wurden auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Drohnen thematisiert. Für die Mehrheit der Nutzer ist der geltende gesetzliche Rahmen hinsichtlich der Unfallprävention ausreichend. Weniger als die Hälfte ist jedoch davon überzeugt, dass dies auch hinsichtlich der Vorbeugung terroristischer Anschläge zutrifft.

„Drohnen führen zur Entdeckung des Luftraumes, auch für berufliche Zwecke. Viele professionelle Drohnennutzer wollen nicht mehr auf die Technologie verzichten“, unterstreicht Geographieprofessor Francisco Klauser nach Abschluss der Umfrage, die er gemeinsam mit dem Postdoktoranden Dennis Pauschinger, der Doktorandin Silvana Pedrozo und Masterstudierenden der UniNE durchgeführt hat. Im öffentlichen Sektor sind 83% und im privaten Sektor 75% der Drohnennutzer der Meinung, dass zivile Drohnen in der Ausübung ihres Berufs unverzichtbar sind. Gäbe es diese Technologie nicht, würden 79% der befragten Personen den Luftraum nicht nutzen.

„Der Zugang zum Luftraum ermöglicht vielen professionellen Nutzern von Drohnen die Schaffung neuer Dienstleistungen“, betont Dennis Pauschinger, Koautor der Studie. Dieser Ansicht sind im privaten Sektor 95% und im öffentlichen Sektor 84% der Befragten. 67% der befragten Unternehmen erzielen durch den Einsatz von Drohnen jährlich Einnahmen in Höhe von CHF 10.000, 36% der Unternehmen bis CHF 100.000. „Es handelt sich also nicht um sehr hohe Beträge. Dies erklärt auch, warum die Technologie hauptsächlich von KMU, vor allem für Luftaufnahmen und in der Filmproduktion, verwendet wird“, erläutert Pauschinger.

Im Rahmen der Studie wurde auch die Nutzung von Drohnen im öffentlichen Sektor untersucht. Die 94 Teilnehmer, deren Institution bereits zivile Drohnen besitzt, arbeiten bei der Polizei, der Feuerwehr, im Bereich der Raumplanung oder der Kartografie. 60% der in diesen Bereichen tätigen Institutionen, die noch keine Drohnen verwenden, sind der Meinung, dass ihnen diese Technologie nützlich sein könnte. Die im öffentlichen Sektor häufigsten Anwendungen von Drohnen sind die Luftfotografie (24%), die Kartografie (23%) und die Überwachung aus der Luft (13%).

„Die Technologie hat sich erst seit Kurzem rasant entwickelt. Ihr Potential scheint riesig“, betont Klauser. Im privaten Sektor haben nur 6% der heutigen Nutzer bereits vor 2010 Drohnen eingesetzt; im öffentlichen Sektor sind es 11%. Innerhalb von nur wenigen Jahren fand also ein großer Aufschwung statt und das Interesse dürfte weiter zunehmen: Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (57%) sind überzeugt, dass bis Ende des nächsten Jahrzehnts bis zu zehnmal mehr Drohnen als heute eingesetzt werden. Fast alle Nutzer denken, dass sie in Zukunft ihre Drohne häufiger einsetzen werden (90% im privaten Sektor und sogar 98% im öffentlichen Sektor) und noch ausgereiftere Technologien verwenden (91% in beiden Sektoren).

In der Umfrage wurden auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz ziviler Drohnen thematisiert. Für 71% der privaten und 65% der öffentlichen Drohnennutzer ist der geltende rechtliche Rahmen hinsichtlich der Unfallprävention ausreichend. Weniger als die Hälfte ist jedoch davon überzeugt, dass dies auch hinsichtlich der Vorbeugung terroristischer Anschläge zutrifft (49% der privaten Nutzer und 37% der Nutzer im öffentlichen Sektor).

Die Umfrage wurde zwischen Juli und September 2017 in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), verschiedenen Polizeikorps und Verbänden professioneller Drohnennutzer durchgeführt. Insgesamt haben 490 Angestellte des privaten Sektors und 432 Vertreter öffentlicher Institutionen aus der ganzen Schweiz den Fragebogen beantwortet. Die Studie erfolgte im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützten Projekts Power and Space in the Drone Age der UniNE, das zum Ziel hat, die Chancen und Risiken des zivilen Einsatzes von Drohnen in der Schweiz aus sozialwissenschaftlicher Perspektive zu untersuchen.


Weitere Informationen:
Forschungsprogramm zum Thema Drohnen
Zusammenfassung der Umfrageergebnisse
Flugregeln für Drohnen


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