Mobilität: Projekte

ioki Hamburg: ÖPNV mit On-Demand-Angebot zukunftsfähig machen

Das „ioki Hamburg“-Shuttle
Foto: ioki GmbH

[TUHH] TU-Forschende werten das Mobilitätsangebot „ioki Hamburg“ als nachhaltig, barrierefrei und bedarfsorientiert: Seit 2018 startet und endet die Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) am nordwestlichen Stadtrand von Hamburg nicht mehr an der Haltestelle, sondern geht mit dem ioki Hamburg On-Demand-Service weiter. Welchen Beitrag das Angebot für die Mobilität von morgen leistet, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg in einer begleitenden Studie seit 2018 untersucht. Die Ergebnisse wurden nun in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Internationales Verkehrswesen“ in dem Artikel „On-Demand-Angebote als Bestandteil des ÖPNV“ veröffentlicht.

Mobilitätslücken schließen
Über das On-Demand-Angebot „ioki Hamburg“ können sich Fahrgäste ganz flexibel mit Hilfe von rund 20 Elektro-Kleinbussen bis vor die Haustür bringen oder abholen lassen. Bislang nutzen mehr als 500.000 Fahrgäste die App und legten über 2,5 Millionen Kilometer zurück. Nun wurde das Angebot verlängert, so dass die Kleinbusse von „ioki Hamburg“ auch im kommenden Jahr weiter durch die Stadtteile Lurup, Osdorf sowie das Gewerbegebiet Billbrook fahren werden. Ziel des in den ÖPNV integrierten On-Demand-Dienstes ist es, das bestehende Angebot aus Bussen und Bahnen zu stärken und Lücken zu schließen. So entstanden zusätzlich zu den vier S-Bahn-Stationen und 60 Bushaltestellen 65 neue Shuttle-Haltepunkte.

Mehr als nur von A nach B
Die Stärkung des ÖPNV kann durchaus als gelungen bezeichnet werden, so besitzen 88 Prozent der ioki-Hamburg-Nutzenden eine Zeitkarte des HVV. Zudem konnte gezeigt werden, dass 72 Prozent aller Fahrten mit Bahn oder Linienbus kombiniert werden. Die Gründe für eine Fahrt mit den ioki-Hamburg-Fahrzeugen sind wiederum vielfältig. Die am häufigsten genannten sind die Zeitersparnis, der Komfortgewinn und eine bessere Anbindung an Ziele, welche mit dem klassischen liniengebundenen ÖPNV nur schlecht zu erreichen sind. „Unsere Studienergebnisse zeigen darüber hinaus, dass das On-Demand-Angebot für bestimmte Personengruppen eine besondere Bedeutung hat“, sagt Tyll Diebold vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TU Hamburg. „Gerade Nutzerinnen fühlten sich in den Abend- und Nachtstunden in einem ioki-Shuttle sicherer, während mobilitätseingeschränkte Personen angaben, sich selbstbestimmter fortbewegen und besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.“

Als einen weiteren Schwerpunkt hat sich die Studie mit den Auswirkungen auf die Verkehrsmittelwahl beschäftigt. So hat die Studie gezeigt, dass nach Einführung eines Komfortzuschlags insbesondere diejenigen Nutzenden den On-Demand-Dienst verstärkt in Anspruch genommen haben, die das Angebot als Alternative zu Ihrem eigenen PKW wahrnehmen. So sieht Diebold in ioki-Hamburg eine attraktive Ergänzung für den öffentlichen Nahverkehr: „Genau mit solchen Angeboten könnten wir Menschen künftig verstärkt dazu motivieren, auf ihr eigenes Auto zu verzichten und dennoch flexibel, verlässlich und komfortabel ans Ziel zu kommen.“

„On-Demand-Verkehre sind ein wichtiger Teil einer nachhaltigen Mobilitätswende. Sie erschließen kleinere Gebiete eines Stadtteils und den ländlichen Raum, und sie bewegen Menschen dazu, das eigene Auto stehen zu lassen,“ sagt VHH Geschäftsführer Toralf Müller. „Genau das belegen nun auch die Ergebnisse der Technischen Universität Hamburg. Als Betreiber von ioki Hamburg sind wir stolz darauf, auf dem richtigen Weg zur Mobilität von Morgen zu sein.“

„Die Studienergebnisse der TU Hamburg belegen, dass ioki Hamburg Mobilität für alle überall flexibel und inklusiv zugänglich macht und eine klimaschonende Alternative zum eigenen PKW bietet. Das Projekt ist eines der Leuchtturmprojekte für On-Demand-Mobilität in Deutschland und zeigt, wie digitaler, bedarfsgerechter Nahverkehr powered by ioki aussehen muss, damit noch mehr Menschen den ÖPNV nutzen,“ freut sich auch Dr. Michael Barillère-Scholz, Geschäftsführer der ioki GmbH, über die positiven Studienergebnisse. Die DB-Tochter ioki hat die smarte On-Demand-App hinter dem Angebot entwickelt und ist mittlerweile der führende Plattformanbieter für On-Demand-Mobilität in Europa.

Die Studienergebnisse der TU Hamburg sind als Beitrag per E-Mail zu beziehen über: redaktion[at]internationales-verkehrswesen.de


Das „ioki Hamburg“-Shuttle, das im Rahmen der Smart City-Partnerschaft mit der Stadt Hamburg entwickelt wurde, ist ein öffentliches Verkehrsmittel im Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Es kommt ohne festen Fahrplan oder Linien aus und ist mit einem Komfortzuschlag zusammen mit allen HVV-Fahrkarten nutzbar. Fahrgäste mit ähnlichen Routen werden mit Hilfe eines Algorithmus automatisch zu Fahrgemeinschaften gebündelt und gemeinsam befördert.