Politik: Strategie

Intelligente Verkehrssysteme: IVS-Richtlinie angenommen

Intelligente Verkehrssysteme: IVS-Richtlinie angenommen
Bild: Gerd Altmann | pixabay

[EU Kommission] – Intelligente Verkehrssysteme sollen den Verkehr in der EU sicherer und effizienter machen. Das Europäische Parlament und der Rat der Mitglieds­taaten haben dazu eine wichtige politische Einigung erzielt und die Überarbeitung der Richtlinie über intelligente Verkehrssysteme (IVS) angenommen. Mit den neuen Regeln werden hoch­wert­ige und aktuelle Daten für Dienste wie multimodale Reiseplaner und Navigations­dienste zur Verfügung gestellt.

„Eine kohärente Einführung intelligenter Verkehrssysteme ist für Europas Bewältigung der zu­nehmen­den Probleme bei Emissionen und Verkehrs­überlastung von entscheidender Bedeutung und kann ein Katalysator für völlig neue Dienstleistungen und Arbeitsplätze sein“, begrüßt EU-Verkehrs­kommissarin Adina Vălean die Einigung. Durch die Nutzung digitaler Technologien und Daten­austausch werde das Reisen in der EU für alle Beteiligten effizienter und sicherer – für die Fahrerinnen und Fahrer, die Fahrgäste und auch für Unternehmen.

Intelligente Verkehrssysteme: EU-Kommission begrüßt Verkehrsdaten-Austausch

Intelligente Verkehrssysteme: EU-Kommission begrüßt künftigen Verkehrsdaten-Austausch. Quelle EU-Kommission

Die überarbeitete Richtlinien betrifft auch Dienste, wie beispielsweise multimodale Informations-, Buchungs- und Ticket­ausstellungs­dienste (z. B. Apps zur Ermittlung und Buchung von Reisen, die öffentliche Verkehrsmittel, Car- und Bike-Sharing kombinieren), die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur sowie die automatisierte Mobilität.

Die neuen Vorschriften setzen Ziele für die Digitalisierung wichtiger Informationen, wie z. B. über Geschwin­digkeits­begrenzungen, Straßen­bau­arbeiten und multi­modale Zugangs­punkte, sowie für die Bereit­stellung wesent­licher Dienste wie Informationen über die Straßen­verkehrs­sicherheit. Zu den Vorteilen für die Verkehrs­nutzer zählen Informationen in Echtzeit und digitale, intelligente Straßen­infra­struktur sowie präzisere intelligente Geschwindigkeits­assistenten.

Nächste Schritte
Die erzielte politische Einigung muss nun förmlich angenommen werden. Sobald das Europäische Parlament und der Rat diesen Prozess ab­ge­schlossen haben, treten die neuen Vorschriften im Amts­blatt der Europäischen Union veröffentlicht und zwanzig Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.


Hintergrund

  • Die Richtlinie über intelligente Verkehrssysteme (IVS) ist seit 2010 das Instrument der EU, um die koordinierte Einführung intelligenter Mobilitätssysteme in der gesamten EU auf der Grundlage europäischer Spezifikationen und Normen sicherzustellen.
  • Der europäische Grüne Deal ist die langfristige Wachstumsstrategie der EU, mit der in der EU bis 2050 Klimaneutralität erreicht werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich die EU verpflichtet, ihre Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 um mindestens 55 % senken. Die Digitalisierung ist ein unverzichtbarer Motor für die Modernisierung des gesamten Verkehrssystems, wodurch es nahtlos und effizienter wird. Europa muss sich gerade auch die Digitalisierung und Automatisierung zunutze machen, um die technische Sicherheit, die Gefahrenabwehr, die Zuverlässigkeit und den Komfort im Bereich der Mobilität zu erhöhen – und damit seine Spitzenposition bei der Herstellung von Verkehrsmitteln und bei der Erbringung von Verkehrsdienstleistungen zu festigen und seine globale Wettbewerbsfähigkeit durch effiziente und widerstandsfähige Logistikketten zu stärken.

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