Mobilität

Augsburgs Biomethan-Busse sorgen für klimaneutralen Nahverkehr

Biomethan-Bus Augsburg
Energiesparende Busse in Augsburg. Foto: swa/Thomas Hosemann

Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeichnet die Stadt Augsburg als Energie-Kommune aus

Verglichen mit dem Strom- und dem Wärmesektor besteht im Bereich Mobilität noch der größte Anteil fossiler Energie. Die Stadt Augsburg will daran etwas ändern und hat daher ihre gesamte Busflotte auf Biomethan umgestellt. „Die Stadtbus-Flotte mit Biomethan zu betreiben, ist nur eine von mehreren Klimaschutzmaßnahmen in Augsburg“, hebt Philipp Vohrer,  Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, hervor. „Es ist jedoch aufgrund der vollständigen Umstellung auf Erneuerbare Energien ein herausragendes Leuchtturmprojekt für die Verkehrswende in Deutschland.“ Die Stadt Augsburg wird dafür als Energie-Kommune ausgezeichnet.

Bereits 1995 haben die Stadtwerke Augsburg eine entscheidende Weichenstellung für ihre Busflotte vorgenommen: Die Umrüstung der Busse auf Erdgas, die 2010 abgeschlossen werden konnte. Seit 2011 werden die Busse außerdem mit Biomethan aus agrarischen Abfällen betankt statt mit konventionellem Erdgas. Damit befördern alle 91 Busse die Augsburgerinnen und Augsburger nahezu klimaneutral.

Im Frühjahr 2016 wurden dann noch einmal 23 neue Busse der Baureihe Citaro NGT von Mercedes-Benz beschafft, die dank eines neu entwickelten Motors im Vergleich zu den anderen Motortypen deutlich bessere Abgaswerte aufweisen. Dies ist gerade in dichtbesiedelten Städten enorm wichtig für eine saubere und damit gesundheitsförderliche Luft. Damit auch die privaten Autos von den Erfahrungen und der Technik im Bereich Biomethan profitieren können, bieten die Stadtwerke diesen Energieträger an vier eigenen Erdgas-Tankstellen an.

„Die Biomethan-Busse unserer Stadtwerke helfen uns dabei, unsere lokalen Klimaschutzziele zu erreichen und leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung“, meint Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl. „Der Ausstoß von CO2 und Stickoxiden ist deutlich geringer als bei herkömmlichen Antrieben und Feinstaub spielt fast gar keine Rolle“, so Gribl. „Und für das von uns verwendete Biomethan entfällt auch das Thema Flächenkonkurrenz, da es ausschließlich aus agrarischen Reststoffen hergestellt wird“, ergänzt Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza.

Die Umstellung der Busflotte ist in ein umfassendes Klimaschutz-Engagement eingebettet. Die aufeinander aufbauende und ineinandergreifende Planung Augsburgs bildet die Basis für die erfolgreichen Maßnahmen und Projekte. Bereits 1998 trat die Stadt Augsburg dem Klima-Bündnis bei und verpflichtete sich so zu einer kontinuierlichen Reduktion ihrer CO2-Emissionen im Sinne der lokalen Verantwortung für den weltweiten Klimawandel.

Schon 2003 richtete die Stadt dann eine eigene Klimaschutz-Abteilung ein, welche die Umsetzung des zuvor erarbeiteten CO2-Minderungskonzeptes sicherstellt. Für den Zeitraum von 2008 bis 2013 wurde ein eigenes Klimaschutz-Programm mit einem 9-Punkte-Plan entworfen und umgesetzt. 2011 wurde außerdem das regionale Klimaschutz-Konzept entwickelt, an welches das neue Klimaschutz-Programm 2020 anknüpft. „In Augsburg zeigen sich die Erfolge einer hartnäckigen Energiepolitik, die hoffentlich in vielen ähnlichen Städten Schule macht“, so AEE-Geschäftsführer Vohrer. „Das Beispiel zeigt: Trotz der zentralen Bedeutung der Elektromobilität werden nachhaltig produzierte, biobasierte Kraftstoffe auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.“