Mobilität

Schweizerische Zivilluftfahrt 2020 so schwach wie vor 40 Jahren

Schweizerische Zivilluftfahrt
Foto: Roland Mey | pixabay

[BFS Statistik Schweiz] Schweizerische Flughäfen verzeichneten 2020 im Linien- und Charterverkehr so geringes Passagieraufkommen wie zuletzt in den 1980er-Jahren

Schweizerische Zivilluftfahrt 2020 so schwach wie vor 40 JahrenIn dem von der Covid-19-Pandemie stark geprägten Jahr 2020 verzeichneten schweizerische Flughäfen im Linien- und Charterverkehr insgesamt 16,5 Millionen ankommende und abfliegende Passagiere (Lokal- und Transferpassagiere). Damit ist das Passagieraufkommen im Vergleich zu 2019 um 42 Millionen beziehungsweise 72% zurückgegangen. So tiefe Werte wie 2020 waren letztmals in den 1980er-Jahren verzeichnet worden.

Auch die Zahl der Flugbewegungen ist 2020 stark gesunken: Die insgesamt 166.758 registrierten Starts und Landungen bedeuten im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 64%.

Schweizerische Zivilluftfahrt 2020 so schwach wie vor 40 JahrenDie Luftfracht war von den Auswirkungen der Pandemie etwas weniger stark betroffen: Die Zahl der transportierten Tonnen sank um 40%.

Die Statistik zum Luftverkehr basiert auf der AIRSTAT-Datenbank des schweizerischen Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL). Die detaillierten Resultate (Tabellen und interaktive Datenwürfel) zum Linien- und Charterverkehr 2020 sind im Portal Statistik Schweiz zu finden.

Linien- und Charterverkehr
Als Linienverkehr werden regelmässige (gewerbliche) Flugverbindungen für Passagiere, Luftfracht und Luftpost bezeichnet. Beim Charterverkehr handelt es sich um gelegentliche Flugverbindungen, bei denen Reiseveranstalter bei einer Fluggesellschaft bestimmte Flüge kaufen.

Der Linien- und Charterverkehr bildet bezogen auf das Passagieraufkommen und die transportierte Frachtmenge das mit Abstand wichtigste Segment der Zivilluftfahrt. Er wird aus diesem Grund statistisch besonders genau und zeitnah beobachtet.

Luftfracht/Post
2020 wurden an den schweizerischen Flughäfen im Linien- und Charterverkehr insgesamt 274.700 Tonnen Fracht und Post umgeschlagen. Somit ist das Gesamtvolumen im Vergleich zu 2019 aufgrund der Covid-19-Pandemie um 41% zurückgegangen. Mit einem Anteil von 95% dominierten auch 2020 ganz klar die Fracht-Tonnagen. 65% des Luftfracht- und 85% des Postverkehrs wurden über den Flughafen Zürich abgewickelt.

Infolge des Swissair-Konkurses war der Frachtverkehr zwischen 2000 und 2002 schon einmal stark zurückgegangen. Bis zur Covid-19-Pandemie hatte er sich aber teilweise wieder erholt.

Die letzte umfassende Statistik zum Güterverkehr in der Schweiz berichtet das Jahr 2019. Der schweizerische Güterverkehr wird in erster Linie über den Landweg abgewickelt, also via Strasse und Schiene. Zusammen wurde 2019 auf diesen beiden Verkehrsträgern eine Transportleistung von 27,2 Milliarden Tonnenkilometern (tkm) erbracht. Der bis anhin höchste Wert war mit 28,2 Milliarden tkm im Jahr 2014 verzeichnet worden.

63% der Verkehrsleistungen im Landverkehr wurden 2019 von Strassenfahrzeugen geleistet, 37% von der Bahn. Im alpenquerenden Güterverkehr lag der Schienenanteil mit 71% deutlich höher. Im Import- und Exportverkehr sind die Luftfracht (0,3 Mio. t; 2020), die Rheinschifffahrt (6,1 Mio. t; 2019) sowie die Öl-Pipelines (3,8 Mio. t; 2019) neben der Strasse und der Schiene von geringerer Bedeutung.


Zum Vergleich: Statistik 1. Quartal 2020